Cholezystektomie – Entfernung der Gallenblase

Als zweiten Teil unserer Reihe zur Auswirkung der Ökonomisierung von Operationen soll es nun um die Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) gehen (OPS-Code 5-511.11). Diese ist eine der häufigsten Operationen in deutschen Krankenhäusern, etwa 175.000 werden davon im Jahr durchgeführt.

Liegedauern bei Entfernung der Gallenblase

Bei der Liegedauer vor dem Eingriff gibt es massive Unterschiede, während manche Häuser nur einen Tag einplanen, sind in anderen Häusern 3-4 Tage üblich, was ökonomisch einen Verlust bedeutet, aber die Chance erhöht, den Patienten besser zu untersuchen.

Bei der nachoperativen Liegedauer gibt es eine ähnliche Bandbreite von 3-6 Tagen, relativ unabhängig von der Anzahl der durchgeführten Operationen. Das heißt, dass es unterschiedliche Philosophien (man könnte es auch Gewissen nennen), wie lange man einen Patienten nach einer solchen Operation beobachten sollte.

Sterblichkeit nach Entfernung der Gallenblase

Wie im letzten Beitrag so muss auch hier gesagt werden, dass diese Grafik nicht unbedingt bedeutet, dass in kleineren Krankenhäusern mehr Menschen an einer Cholezytektomie sterben. Betrachtet stattdessen einmal die Sterberaten von Krankenhäusern, die zwischen 4.000 und 6.000 Operationen durchführen. Von 0% bis hin zu 3,5% ist dort alles vertreten. Das sind im Zweifelsfall etwa 200 Todesfälle pro Jahr, die in manchen Krankenhäusern zusätzlich auftreten!! Über die Gründe kann hier nicht viel gesagt werden, ohne die entsprechenden Krankenhäuser bloßzustellen (und Unterlassungsklagen zu riskieren).

Wie hängt dies mit der Operationsdauer zusammen?

Zusammenhang zwischen Operationsdauer und Sterblichkeit

Im Gegensatz zum deutlichen Zusammenhang bei den Blinddarmoperationen sind hier keine Veränderungen der Sterblichkeit durch eine Verkürzung der Operationsdauern zu erkennen, die Gründe müssen also woanders liegen – wir bleiben dran!