Auslastung – eine wichtige Stellschraube für Gewinn

Wie eine OP-Managerin eines großen Krankenhauses uns einmal sagte: „Ich schaue nur auf die Auslastung, alles andere ist mir völlig egal!“.

Wie wir bereits gesehen haben, steigt der Gewinn der Krankenhäuser und dies hat verschiedene Gründe. Ein wichtiger Grund ist natürlich die Auslastung der Betten. Die Anzahl der Betten ist seit 2010 nur um etwa 3% gestiegen, das ist nicht der Grund für die um 12% gestiegene Fallzahl seit 2010.

Nein, der Grund ist eine hohe Auslastung vor allem der Betten, mit denen Gewinn zu machen ist.

Mit welchen Betten macht man Gewinn?

Gute Frage, man würde ja vielleicht denken, die Krankenhäuser haben ein Interesse daran, möglichst schwere Patienten zu behandeln, weil diese nach dem DRG-System ja besser bezahlt werden. Das stimmt natürlich, andererseits liegen schwierige Patienten auch so ewig im Krankenhaus, müssen gepflegt werden, müssen betreut werden, haben Komplikationen. Das ist anstrengend und personal- und zeitaufwändig.

Nein, das clevere Krankenhaus holt sich möglichst viele unkomplizierte Patienten ins Haus, die materialintensive, aber wenig pflegeaufwändige Standardeingriffe bekommen, möglichst mit einer schönen Operationen. Neues Knie, neue Hüfte rein, Patient möglichst kurz liegen lassen (die Liegedauer ist seit 2010 um 10% gesunken) und schnell der nächste, die Betten müssen ja ausgelastet sein.

Auslastungsstatistiken

Oh Wunder, oh Wunder, die Statistik belegt diese Argumentation:

Auslastung der Betten deutscher Krankenhäuser

Auslastung der Betten deutscher Krankenhäuser

Währen der Auslastungsgrad der Intensivbetten gesunken ist (und Intensivstationen verkleinert oder geschlossen werden), konzentrieren sich die meisten Kliniken darauf, ihre „normalen“ Betten möglichst voll zu kriegen und das mit möglichst vielen Fällen. Die Statistik belegt diese Entwicklung.

Auslastung deutscher Krankenhäuser nach Trägern

Aufmerksame Leser von medileaks werden jetzt schon wissen was kommt: „Ach die bösen privaten Trägern, die alles auf Gewinn optimieren, die werden die Betten bestimmt zu 120% auslasten, medileaks will wieder den Sozialismus einführen…“

Ja, wir sind Kritiker von privaten Krankenhausketten 😉 Aber hier stehen andere Träger schlechter dar:

Auslastung der Betten nach Krankenhausträgern

Auslastung der Betten nach Krankenhausträgern

Ihr seht, dass Planbetten an Universitäten fast 20% „besser“ ausgelastet sind als bei privaten Trägern und vor allem die Intensivbetten werden von kommunalen Trägern und Universitätskliniken mehr genutzt als von privaten Trägern (die sich tatsächlich mehr auf die gewinnträchtigen Planbetten fokussieren). Alle Krankenhausträger versuchen ihre Betten möglichst gut auszulasten, was erstmal auch verständlich ist.

Problematisch wird es dann, wenn die Liegedauer mit allen Mitteln gesenkt wird (Stichwort „Blutige Entlassung“, fragt mal Hel…), um den Gewinn zu optimieren.