Weiterbildung in der Pflege

Heute soll es um Statistiken zur Weiterbildung in der Pflege gehen. Grundsätzlich würde man ja denken, dass die Gesellschaft und auch die Krankenhäuser ein großes Interesse daran haben, ihre Mitarbeiter weiterzubilden. Und tatsächlich gibt es neben diversen Studiengängen vor allem die Weiterbildungen zur Fachkrankenpflegerin / zum Fachkrankenpfleger.
Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Fachkrankenschwester/ Fachkrankenpfleger für Hygiene
  • Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger – Intensivpflege/Anästhesie
  • Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger für klinische Geriatrie
  • Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger – Nephrologie
  • Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger für Onkologie
  • Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger – Operations-/Endoskopiedienst
  • Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger für Palliativ- und Hospizpflege
  • Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger für Psychiatrie
  • Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger – Rehabilitation/Langzeitpflege

(Quelle: Pflegewiki.de)

Natürlich gibt es Weiterbildungen auch für den ärztlichen Dienst:

Weiterbildungen im ärztlichen Dienst

Ärzte können ihren Facharzt in gefühlt 50 verschiedenen Fachrichtungen machen (eine genaue Liste findet sich hier).

Interessanterweise machen aber nur etwa die Hälfte der Ärzte eine Facharztweiterbildung. Das könnte natürlich an der langen Ausbildung (die zusätzlich zum Medizinstudium kommt) und der eingeschränkten Flexibilität liegen, aber auch daran, dass eine Facharztausbildung im Klinikum nicht unbedingt die Chancen erhöht – wie kann das sein?

Ansicht zur Weiterbildung in Krankenhäusern

Natürlich möchten Krankenhäuser ausgebildete Ärzte haben…um genau zu sein Oberärzte und Chefärzte: Diese sollen möglichst alles können, dazu ganz einzigartige Spezialgebiete sein, mit denen ein Haus Werbung machen kann.

Bei der Pflege und den „normalen“ Ärzten ist eine Weiterbildung jetzt nicht sooo wichtig und oft (vor allem in privaten Kliniken) unerwünscht – wieso? Ganz einfach: Die kosten mehr. Und was mehr kostet ist schlecht (auch wenn die Qualität der Behandlung vielleicht besser wäre).

Statistiken zur Weiterbildung

Der Weiterbildungsanteil in der Pflege ist mit 83% gleichbleibend relativ hoch (allerdings, wie wir gleich sehen, ungleich verteilt).
Im ärztlichen Bereich liegen wir stagnierend bei 53-54%, alles also nicht so interessant.

Interessant ist mal wieder die Verteilung nach Krankenhausträgern:

Weiterbildungsanteil nach Krankenhausträgern

Weiterbildungsanteil nach Krankenhausträgern

Man sieht also, dass die Sparmaßnahmen und die Ökonomisierung der Krankenhäuser bei den privaten Trägern auch in der Weiterbildung angekommen ist: Weniger Weiterbildung = mehr Gewinn, so einfach ist das. Uniklinika beschäftigen dagegen fast nur ausgebildete Pflegekräft, währen freigemeinnützige Träger eher auf die Weiterbildung ihrer Ärzte setzen.