Alternde Pflege – ein großes Problem

Wir haben uns einmal angeschaut, wie alt der Pflegedienst in deutschen Krankenhäusern ist – eine alternde Pflege wäre ja schon ein interessantes Zeichen.
Dass eine große Fluktuation und ein größerer Krankenstand herrscht, hat ja durchaus auch mit diesem Thema zu tun.
Selbst unser neuerer GröGaZ (Größter Gesundheitsminister aller Zeiten) Jens „Pharma“ Spahn hat das Problem ja schon erkannt und möchte die Ausbildung der Pflege revolutionieren (von gerechter Entlohnung war bisher nicht die Rede).

Nun aber einmal zur Auswertung:

Alter der Pflege nach Krankenhausträgern

Erst einmal haben wir uns angeschaut, wie das durchschnittliche Alter der Pflegekräfte eigentlich nach Krankenhausträgern verteilt ist:

Alter Pflege nach Krankenhausträgern

Alter Pflege nach Krankenhausträgern

Es zeigt sich, dass wieder einmal private Träger herausstechen, indem besonders alte PflegerInnen beschäftigt werden. Nun ist das Alter der Pflege an und für sich noch keine Qualitätsaussage: Ältere Pflegekräfte haben oft enorme Erfahrung, während junge Pflegekräfte körperlich fitter sind.

Es scheint aber so zu sein (und das bestätigen die Berichte die wir gehört haben), dass private Häuser einfach weniger ausbilden. Universitätsklinika sehen sich ja meist als Lehrkrankenhäuser und haben deshalb relativ junge Pflege – außerdem sind sie oft in großen Städten, die junge Leute anziehen.

Wichtig ist die Aussage über das Alter der Pflege daher im Zusammenhang mit dem Weiterbildungsanteil (in einem der nächsten Beiträge), hier schon einmal ein Spoiler: Private Träger beschäftigen auch am wenigsten ausgebildete Pflegekräfte! Älter und schlechter ausgebildet, das ist die Pflege in privaten Kliniken, muss man leider konstatieren.

Die Entwicklung des Durchschnittsalters der Pflege

Schaut man sich über alle Kliniken mit durchgehenden Daten einmal die Entwicklung des Durchschnittsalters an, kann man durchaus einen Trend erkennen:

Entwicklung des Durchschnittsalters des Pflegedienstes in deutschen Krankenhäusern

Entwicklung des Durchschnittsalters des Pflegedienstes in deutschen Krankenhäusern

Es geht steil bergauf. Positiv könnte man sagen, dass Krankenhäuser dem Trend in der Gesellschaft entgegenwirken und ältere Menschen mit mehr Erfahrung beschäftigen. An der besseren Weiterbildung liegt es jedenfalls nicht.

Man könnte aber an dieser Entwicklung auch sehen, wie unattraktiv die Pflege mittlerweile als Beruf geworden ist, dass immer weniger junge Leute diesen Beruf ausüben möchten. Teil eines auf Effizienz getrimmten Systems zu sein, Nachschichten allein, nie mehr als 3200 Brutto, Verantwortung auf Leben und Tod unter unglaublichem Druck – das ist nicht attraktiv? Verwöhnte Jugend!!