Hüftersatz: eine Lizenz zum Gelddrucken

Einen Hüftersatz zu bekommen, war früher etwas besonderes. Heute bekommt jeder, der nicht schreiend aus der Arztpraxis rennt, eine Hüfte aufgedrückt. Weil es medizinisch notwendig ist? Ungefährlich. Nö, es bleibt gefährlich und wird immer gefährlicher und ist oft überhaupt nicht notwendig. Der Grund ist simpel.

Es bringt Geld.

Glaubt ihr mir nicht? Guckt auch mal die Steigerung der Hüft-TEPs (der Fachbegriff für Hüftersatz) in den letzten Jahren an:

Entwicklung Hüft-TEPs 2014-2017

Entwicklung Hüft-TEPs 2014-2017

Wir haben (nach hohen Steigerungsraten auch in den Jahren davor) seit 2014 eine Steigerung der Hüft-TEPs von 45%(!!!) zu verzeichnen, da erzähl mir doch mal einer, das wäre alles medizinisch notwendig gewesen.

Und was mindestens genauso alarmierend ist: Im selben Zeitraum sind die Komplikationen um 25% gestiegen. Es ist also beleibe nicht so, dass die Mengensteigerung keine zusätzlichen Komplikationen erzeugt, im Gegenteil: Durch die wirtschaftlich bedingte Mengensteigerung beim Hüftersatz werden Menschen dauerhaft geschädigt!

Zusammenhang zur Fallzahl

Im vorherigen Beitrag wurde gezeigt, dass bei den Knie-TEPs die Einführung einer Mindestzahl nur bedingt sinnvoll war, weil ein Zusammenhang von Qualität und Fallzahl nicht nachgewiesen werden konnte.

Wie sieht das denn bei den Hüft-TEPs aus?

Zusammenhang Fallzahl und Komplikationen bei Hüft-TEPs

Zusammenhang Fallzahl und Komplikationen bei Hüft-TEPs

Deutlicher geht es nicht, oder? Wir haben das natürlich auch noch weitergehend nachgeprüft, aber die Aussage ist klar:

Bei Hüftersatz ist die Anzahl der durchgeführten OPs ein entscheidender Faktor für die Qualität der Operation.

Umso schlimmer, dass gerade kleine Krankenhäuser in Erwartung einer Mindestmenge ähnlich wie bei den Knie-TEPs ihre Operationen deutlich steigern.

Fazit

Langsam wird es langweilig, aber: Das DRG-System führt in unglaublichem Maße dazu, dass (teils sehr gefährliche) Eingriffe nur aus wirtschaftlichen Erwägungen durchgeführt werden. Gleichzeitig wird bei der Pflege gespart, was Patienten gefährdet.