Löhne im Krankenhaus

Heute wollen wir uns einmal mit einer nicht ganz unwichtigen Frage beschäftigen: Was sind eigentlich so die Löhne im Krankenhaus, was kann man überhaupt verdienen?

Und hält die Entwicklung der Löhne überhaupt mit dem Gewinn statt, der ja reichlich wächst?

Die Löhne in Pflege und ärztlichem Dienst

Hier seht ihr die Löhne in der Pflege, auf der x-Achse mal im Vergleich die jährlichen Fälle pro Vollkraft, also wie viele Fälle die Pflege pro Jahr durchs Krankenhaus durchschleust (was ein gutes Maß für den Gewinn des Krankenhaus ist):

Lohn und Arbeitsbelastung Pflegedienst

Folgendes kann man sehen:

  • Die Löhne der Pflege sind ziemlich unabhängig davon, ob die Arbeitsbelastung und der Umsatz des Krankenhauses hoch oder niedrig ist
  • Die Löhne sind ziemlich niedrig – die vorliegenden Daten sind Bruttopersonalkosten, also etwa 30% über den tatsächlichen Bruttokosten, d.h. für die extrem verantwortungsvolle verdienst die durchschnittliche Pflegekraft etwa 3.500 Brutto, die meisten weniger (da Pflegedienstleitung etc. dort mit einberechnet sind)

Wie sieht das ganze bei den Ärzten aus?

Lohn und Arbeitsbelastung ärztlicher Dienst

Hier wird der Lohn deutlich dem Umsatz angepasst, den die Ärzte mit den Patienten machen – je mehr Fälle, desto besser die Entlohnung.

Außerdem sind die Löhne doch sehr deutlich – im Durchschnitt ist ein Jahresgehalt von 100.000 € zu verdienen! Der „normale“ Arzt wird darunter landen, weil Ober- und Chefärzte obszön viel verdienen: 200.000 € und weit mehr sind keine Seltenheit, außerdem haben viele Chefärzte die Berechtigung, noch Privatpatienten auf eigene Rechnung zu behandeln!!

Entwicklung seit 2010

Wenn man sich die Entwicklung seit 2010 anschaut, fällt auf, dass sich Ärzte keine Sorgen um ihre Entlohnung machen müssen:

Bruttopersonalkosten Entwicklung 2010 bis 2016

Am stärksten sind also die Löhne der Ärzte gestiegen (auf schon extrem hohem Niveau!), noch MEHR ist allerdings der Umsatz der Krankenhäuser gestiegen. Die Löhne der Pflege sind um etwa 15% gestiegen, was inflationsbereinigt ein Plus von weniger als einem Prozent pro Jahr entspricht!

Fazit

Es ist völlig in Ordnung, dass Ärzte mehr verdienen. Aber dass sie

  • mehr als das doppelte verdienen
  • ihre Löhne prozentual wesentlich stärker ansteigen
  • und sie am Gewinn / Umsatz des Krankenhauses beteiligt werden, die Pflege dagegen nicht

das ist unfair. Ist aber unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten logisch: Ärzte bringen Umsatz, Pflege nicht, so einfach ist das. Das haben wir schon bei den Fehlzeiten und bei der Fluktuation deutlich gesehen.