Einleitung

Nachdem jetzt schon das ehemalige Nachrichtenmagazin erkannt hat, dass in der Pflege einiges falsch läuft, wird es Zeit nach der Analyse der Fehlzeiten in deutschen Krankenhäusern einmal das nächste Thema vorzunehmen, bei dem deutlich wird, dass etwas im Argen liegt: Die Fluktuation. Jeder von uns hat es schon einmal im Arbeitsleben erlebt: Wenn immer mehr Leute immer schneller das Unternehmen verlassen, läuft etwas gewaltig schief.

Und genau das passiert im Krankenhaus:

Entwicklung der Fluktuation

Steigen wir direkt ein, im folgenden Bild sehen wir die Fluktuationsrate unterschiedlicher Berufsgruppen in deutschen Krankenhäusern:

Fluktuation im Krankenhaus nach Berufsgruppen

Allgemein bekannt ist, dass die Fluktuation im ärztlichen Dienst höher als bei den anderen Berufsgruppen ist, das liegt unter anderem am praktischen Jahr und verschiedenen Forschungseinsätzen, die Ärzte gern absolvieren. Aber auch hier (wie in den beiden anderen betrachteten Dienstarten auch) steigt die Fluktuation.

Wie wir in den nächsten Beiträgen sehen werden, hat die steigende Fluktuation gravierende Ursachen und Auswirkungen.

Wenn wir einmal mit 2013 starten, sehen wir die Entwicklung:

Fluktuation im Krankenhaus nach Berufsgruppen: 2013 = 100%

Innerhalb von 4 Jahren ist die Fluktuation in allen Berufsgruppen um etwa 15% gestiegen. 15% mehr Einarbeitung, 15% mehr Wechsel bei den Kollegen.

Dies ist definitiv besorgniserregend und untersuchenswert. Wie gewohnt wird dies mathematisch ambitioniert in den nächsten Beiträgen geschehen. Eine Statistik soll allerdings noch vorher gezeigt werden:

Fluktuation nach Krankenhausträgern

Wie schon bei den Fehlzeiten soll auch in diesem Fall die Fehlzeit auch einmal nach Krankenhausträgern analysiert werden. Das Ergebnis ist analog: Finger weg von privaten Kliniken!

Fluktuation nach Krankenhausträgern

 

In allen Berufsgruppen ist die Fluktuation bei privaten Kliniken deutlich erhöht – eine Fluktuationsrate von 23% heißt zum Beispiel, dass statistisch nach drei Jahren nicht einmal mehr die Hälfte der Ärzte noch vorhanden ist!

Darum muss noch einmal konstatiert werden: Ob Sana oder Helios oder wie auch immer der Träger heißen mag: Zumindest für die MitarbeiterInnen ist dieses Modell offensichtlich gescheitert!

Wir werden die Daten zu privaten Trägern in den nächsten Beiträgen noch genau analysieren, die nächsten beiden Beiträge werden die Fluktuation im Pflegedienst und ärztlichen Dienst genau unter die Lupe nehmen.